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Feuer zu Asche

Aschermittwoch

 

Sei Friedensstifter:in

von Marcella Luft-Weber


Jedes Jahr endet die Fastenzeit und es beginnt die Zeit zur Vorbereitung auf das Osterfest.

Jedes Jahr zu Aschermittwoch gibt es das Aschekreuz. Es wird auf die Stirn gezeichnet.

Jedes Jahr das gleiche!?


Dieses Jahr ist alles anders. Auch wenn uns der Rhythmus des Jahres weiter im Alltag hält.

So änderte der 24. Februar 2022 alles. An diesem Donnerstag marschierte Russland in die Ukraine ein.

Auch wenn schon seit 2014 in der Ost-Ukraine ein Krieg herrscht, so hat uns dieser Tag ins Mark getroffen. Wir wissen um die Kriege in anderen Ländern, auf anderen Kontinenten. Doch dieser Einmarsch ist bei uns gleich nebenan, in Europa.


Und Europa verbinde ich persönlich mit Frieden, Freiheit und ohne Grenzen.

Als Kind erlebte ich den Fall der Mauer direkt an der Grenze in Helmstedt. Mein Vater war beim damaligen Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei) an der innerdeutschen Grenze stationiert. Ich spürte diese Euphorie und das Glück der Menschen, die nun endlich wieder frei reisen durften und sich aus einem Unrechtsstaat befreiten.


Nun ist die Angst vor einem dritten Weltkrieg spürbar. Die Blicke der Menschen sind voller Sorge. Damit soll nun die Fastenzeit beginnen? Wie soll man sich da auf Ostern, das Fest der Auferstehung vorbereiten? Geht das überhaupt? Können wir als Christen von dieser Hoffnung sprechen im Angesicht des Krieges? Wo Panzer fahren, Bomben explodieren und Menschen getötet werden?


Jetzt erst recht! Denn Gott selbst fordert uns dazu auf, am Frieden mitzubauen. Jeden einzelnen von uns. Das lesen wir auch bei Matthäus 5, 3-10:


Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.


Mit dieser Aufforderung kann dieser Aschermittwoch für all die Menschen stehen, die Friedensstifter:innen sein wollen oder es auch schon lange sind. Sie gibt es überall. Und manchmal muss man sich wieder daran erinnern, wie schön Frieden ist. Die ganze Fastenzeit lässt sich das einüben. In unseren Familien, bei unseren Freunden, bei der Arbeit. Überall, wo wir uns gerade befinden. Frieden fängt im Kleinen an.

Momentan zeigt sich das bei all den friedlichen Demonstrationen gegen den Krieg wie auch bei verschiedenen Hilfsangeboten und Aktionen für die Ukrainische Bevölkerung.


Wir Menschen können zusammenhalten. Auch im dritten Jahr der Pandemie.

Wir können aufeinander zugehen, vergeben und verzeihen. Erinnern wir uns immer wieder daran. So beginnt Frieden im Kleinen und kann, so hoffe ich, abfärben auf den großen Frieden zwischen den Nationen.


Jetzt kann Aschermittwoch werden und die Fastenzeit beginnen.

Das Feuer wurde zu Asche und ist als Kreuz auf unserer Stirn.



 

Friedensgebet

wird Franz von Assisi zugeschrieben


Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.



 

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