• futterfürdieseele

5. Woche: Innehalten

Aktualisiert: März 12

Zeit für sich nehmen

Einfach mal die Seele baumeln lassen


von Marcella Luft-Weber


Wann hast Du Dich das letzte Mal besucht?

So richtig Zeit mit Dir selbst verbracht?


Neben all dem Lockdown, Homeoffice, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit?

Der Verzweiflung, wie man sich finanziell über Wasser hält.

Den Augen- und Rückenschmerzen nach stundenlangen Videokonferenzen.

Dem Resignieren gegenüber der Technik und dem digitalen Netzausbau.


Wann hast Du das letzte Mal Deine Seele baumeln lassen?

Einfach mal Pause gemacht?

Tief eingeatmet und die Augen geschlossen?

In den Himmel gesehen und Wolkenschlösser entdeckt?


Der Alltag sieht momentan ganz anders aus

bei Kinderfrohen, Kinderfreien,

Leseratten und Asketen,

Arbeitsjunkies, Wolkenschieber,

Fahrradfahrer und Proleten:


Keine Kurzurlaube.

Keine Spieleabende mit Freunden.

Geburtstagsfeiern und andere Feste nicht möglich.

Gemütlich Essen gehen und ins Kino?

Alles, wo unsere Seele auftanken konnte, hat geschlossen.

Wirklich alles?


Zeit für Dich kannst Du Dir immer nehmen.

Du hast Möglichkeiten, Dir Gutes zu tun.

Es lohnt sich, auf Entdeckungsreise mit Dir selbst zu gehen:

Nimm das Buch in die Hand, das Du schon immer mal lesen wolltest.

Gehe an die frische Luft, ob auf den Balkon, in den Garten oder in den Wald.

Genieße Deinen Kaffee oder Tee.


Und vielleicht entdeckst Du in all dem Deinen Atem.

Er ist da, auch wenn Du an anderes denkst.

Er ist immer da und versorgt Dich mit Luft, die Du zum Leben brauchst.

Indem Du Dir den Atem bewusst machst, bist Du ganz bei Dir.

Dabei lauschst Du dem Einatmen und Ausatmen.


Das kannst Du überall tun:

beim Spazieren gehen, Kaffee trinken, Tagträumen,

während einer Videokonferenz, einem Telefonat,

in der Warteschlange an der Kasse im Supermarkt,

im lautesten Kindergebrüll und heftigstem Streit,

beim Autofahren, Kochen oder Zähneputzen.


Einfach. Einatmen. Ausatmen. Bei sich sein.


Bibeltext


Im Bibeltext geht es um das Gebet und um die Vergebung.


Dies kannst Du hier nachlesen:

Matthäus 6,5-15 | Einheitsübersetzung 2016 :: BibleServer


Vergebungsritual


von Christina Brudereck


Dieses Ritual habe ich von meiner Lehrerin Rachel Barenblat gelernt.

Sie selber übt es in den Tagen vor Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest.

Als Christin übersetze ich es in die Karzeit.

In der Karwoche ist das Jahr etwa 100 Tage alt.


In diesen Tagen schreibe ich auf, was ich nicht geschafft habe.

Versprechen, die ich nicht halten konnte.

Was ich mir vorgenommen hatte, aber nicht umgesetzt.

Es ist Seelenarbeit. Ernüchternd.


Es geht um die Versprechen Gott gegenüber. Und mir selbst gegenüber.

Ich wollte mich einem Konflikt widmen und habe es nicht getan.

Ich wollte etwas lernen und bin ausgewichen.

Ich wollte dankbarer sein. Weicher. Gelassener.

Früher schlafen gehen. Besser auf mich achten.

Einer Person nicht mehr ausweichen. Oder einem Thema.


Ich habe es nicht geschafft. Es ist nicht geschehen.

Vor Ostern möchte ich diese Unterlassungen bekennen.

Um frei in die neue Zeit zu gehen. In Auferweckung und Frühling.

Einige Versprechen haben sich inzwischen vielleicht als falsch erwiesen.

Hätte ich zu Jahresbeginn schon gewusst, was ich heute weiß, hätte ich sie nicht gemacht.

Andere Versprechen bleiben richtig und ich bereue, dass sie unerfüllt blieben.


Dafür gab es verschiedene Gründe, die ich mir jetzt näher ansehe.

Nicht immer lag es an mir oder nicht an mir alleine.

Einiges habe ich wirklich selbst versäumt. Ich bereue es.

Ich schreibe "Ich wollte doch...".


Ich brauche ein paar Tage für diese Seelenarbeit.

Es ist ein Forschen. Genauer Hinsehen. Betrauern. Manchmal ein Schimpfen.

Es bewirkt Scham. Anklage und Klage.

Irgendwann sind die Blätter der Reue vollgeschrieben.


Am Schönsten wäre es, so träume ich manchmal, das alles vorzulesen.

In großer Runde. Die Blätter dann gemeinsam zu verbrennen.

Und um das Feuer herum zu tanzen.

Weil so ein Ritual mir nicht möglich ist, habe ich eine kleine Version gefunden.


Zwei schwesterliche Freundinnen bilden den Kreis mit mir.

Ich schreibe den Kern meiner Einsichten in eine Mail und schicke sie an die beiden.

Die zwei schicken mir ihrerseits ihre Einsichten.

Wir verabreden einen Abend, an dem wir die Mails lesen.

Es ist sehr persönlich, was ich schreibe.

Während ich mir vorstelle, dass die beiden meine Nachricht lesen,

ihren Laptop auf den Knien, auf dem Sofa, lese ich mir vor, was ich bereue.

Ich lese es mit lauter Stimme, langsam und bewusst.

Dann bete ich:

"Komm, Geist der Vergebung. Löse mich!

Dass ich Vorwürfe, Scham und Ärger loslasse.

Dass ich Platz mache für Gnade, für Wunder und Erneuerung. Amen."


Wir haben verabredet, dass die Mail anschließend gelöscht werden.

Und schreiben uns eine kurze Nachricht, die heißt: "Du bist frei!"


Die Bibel hat für dieses Wunder viele Bilder:

Mantel, der zudeckt.

Wort, das befreit.

Tiefe, die vergisst.

Wasser, das sauber wäscht.

Sühne, die stellvertretend geleistet wird.

Berg, der abgetragen, Lücke, die gefüllt wird.


Immer ist Vergebung entlastend, befreiend, heilsam.

So werden wir bereit für das Neue.



Meditation


Entspannung: Den Schatz entdecken


Kreatives


Feuerritual

All das, was Dich belastet.

Was schwer auf Deine Schultern und auf Deine Seele drückt.

Kannst Du alles auf einen Zettel oder auf mehrere kleine Zettel schreiben.


Wo wünschst Du Dir Versöhnung?

Nimm Dir Zeit dafür und schreibe es auf.


Wenn Du alles aufgeschrieben hast, legst Du das Geschriebene in eine kleine Schale.

Sie kann aus Ton oder Metall sein.

Diese stellst Du im Freien auf und entzündest die darin beschriebenen Zettel.


"Ich vergebe mir selbst und löse meine Schuldgefühle auf. Mir selbst und anderen zu verzeihen, öffnet mein Herz für Liebe und Frieden."




Engelbegleiter der Woche


In jeder Woche gibt es einen Engel, der Dich begleitet.

Engel der Stille

Gehörst auch Du zu den Menschen, die sich von Zeit zu Zeit zurückziehen möchten aus dem geschäftigen Treiben des Alltags? Denen der Lärm der Großstadt Unbehagen bereitet und die sich nach der Ruhe und dem Frieden in der Stille sehnen? Die sich auch in großen Menschenansammlungen und Gesellschaften alleine und isoliert fühlen?


Vielleicht ist es so, dass Du außergewöhnlich sensibel bist und daher mehr Auszeiten benötigst als andere.

Vermutlich gehörst Du zu den Menschen, die ihre Kraft und Energie aus dem Zusammensein mit sich selbst und dem Alleinsein ziehen. Die besten Ideen und Eingebungen findest Du eher in Deinem Inneren als im Außen.


Dein Unterbewusstsein ist eine Quelle der Inspiration und eine grenzenlose Schatzkammer, aus der Du Deine Kraft beziehst.


Der Engel der Stille weiß um Deine große Empfindsamkeit. Er führt Dich immer wieder zurück auf den Weg zu Dir selbst und gibt dir Gelegenheit, in der Ruhe zu Deiner Kraft zu finden. Mit Deiner außerordentlichen Fähigkeit, diese Energie in Dir selbst zu finden, kannst Du auch andere Menschen begleiten und ihnen Wege zeigen, auf gute Weise mit ihrer Sensibilität umzugehen. Komm in Deine Kraft!


Affirmation:

Unsere tiefsten Erfahrungen und größten Empfindungen werden uns in der Stille geschenkt. Hier können wir die Stimme unserer Seele vernehmen!


Farbenergie:

Gold, Gelb

Klarheit, Intuition


Online Tagesbegleiter ziehen

Es gibt die Möglichkeit, dass Du jeden Tag eine Engelkarte ziehen kannst.

Wenn Du auf den unteren Link klickst, findest Du täglich Deinen Tagesbegleiter:


Lebens-Kunst - HERZENGEL Tageskarte (www.connie-albers.de)


Soulfood-Kunst

Thema: Innehalten

Soulfood-Kunst geht in die fünfte Woche mit dem Thema "Innehalten".

"In der Ruhe liegt die Kraft." Konfuzius


Poste Dein/e Bild/er bei Instagram #soulfoodkunst oder schick uns eine E-Mail mit dem Bild / den Bildern an info@futterfürdieseele.de

Wir freuen uns darauf!

Postet Bilder bei Instagram #soulfoodkunst



Soulfood-Klänge


Zum Innehalten bedarf es schöner Klänge. Das Harfenspiel von Ivan Gomez Cervantez lädt für 1,30 Minuten dazu ein. Die Aufnahme entstand bei einem Erw8 Gottesdienst im Musikzentrum St. Gabriel im Dezember 2019.


Harfenklänge

Harfe Ivan Gomez Cervantez

436 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Pfingsten

8. Woche: Feiern