• futterfürdieseele

Karfreitag: Tod am Kreuz

Stimme der Verwandlung

 

Scheitern

von Giannina Wedde


Wenn du scheiterst,

fällt ein Leben, das zu krumm war

für die geraden Wege

aus der Unmöglichkeit in die Welt.


Es fällt in das Meer deiner Tränen

und in die Klarheit deiner Enttäuschung,

es fällt in deine Stimme, die vor Zorn zittert,

und hinab bis in die tiefste Erdschicht

deiner Niedergeschlagenheit,

um dort zu wurzeln

und das Bernsteingelb der Sonne zu rufen.


Du denkst, du habest verloren,

nicht nur eine Gelegenheit,

auch ein empfindliches Maß an Mut

und ein Stück des sicheren Bodens unter dir,

doch wenn du mit deinem ganzen Körper lauschst,

spürst du die unermessliche Weite,

die nur durch das Misslingen zu dir fand.


Ohne es zu wissen,

hast du das Unbezähmbare beschworen,

das Ursprüngliche,

das die seltene Blüte der Verwandlung

in die Leere deiner Hände legt.


Entnommen aus:

In winterweißer Stille, S. 86 © Vier-Türme GmbH, Verlag, 2021


 

Kreuzbetrachtung

von Jürgen Heckmann


Aus der christlichen Kunst kennen wir Kreuzesdarstellungen, die schon über das Leid des heutigen Karfreitag hinausweisen.


Es bleibt nicht bei diesem so gewaltsamen und grausamen Tod. Ein Tod, der die Gottessohnschaft Jesu auf die Spitze treibt. Er geht den Weg als Mensch bis zum Ende – konsequent, trotz Angst und Not.

Damit zeigt er uns den Weg zu Gott. Aber nicht etwa mit dem Ziel, dass es für uns Menschen erstrebenswert wäre in ähnlicher Weise zu leiden, um uns einem gottgefälligen Leben anzunähern.


Der Weg zu Gott liegt vor allem im Leben Jesu begründet. So wie er gelebt und geliebt hat, so sollen auch wir leben und lieben. Und wem es gegeben ist, der hat sogar die Kraft, für diesen Lebensweg sein eigenes aufs Spiel zu setzen.


Auch heute gibt es noch Situationen, wo das offene Bekenntnis zum christlichen Glauben lebensgefährlich sein kann. Denken wir aber auch daran, dass Jesus sein Erbe einem Petrus anvertraut, der, um sein Leben zu schützen, leugnet, ein Freund Jesu zu sein. Und doch hat er mit dafür gesorgt, dass die Sache Jesu weitergeht – bis heute.


So macht der heutige Tag Mut. Auch angesichts von Gewalt und Grausamkeit leuchtet das Licht der Hoffnung vom Kreuz herab.


Bundespräsident Steinmeier brachte bei seinem Amtsantritt ein interessantes Zitat, das er in seiner Funktion als Außenminister einmal von Schimon Peres gehört hatte:

„Die Zukunft ist wie der Kampf zweier Wölfe. Der eine ist das Böse, ist Gewalt, Furcht und Unterdrückung. Der andere ist das Gute, ist Friede, Hoffnung und Gerechtigkeit.“ Auf die Frage einer Studentin, wer den Kampf gewinne, antwortete er: „Der, den du fütterst!“


Hoffen wir, dass wir nie in die Situation kommen, zu glauben, dem Bösen und menschenverachtenden Denken nachgeben zu müssen. Vertrauen wir der lebensspendenden Kraft des menschenfreundlichen Gottes.


 

Karfreitag mit 2Flügel

um 15 Uhr als Livestream auf Youtube



 

Bildbetrachtung: "The wavemaid"

Bild von Susanne Weser. Zu finden bei Instagram unter @wavyweser


Wissend

von Maria Moreth


Wissend der Vergänglichkeit

wie ein Wellenschlag

Kurz und Mächtig


Schön und prächtig

sind die falschen Worte

Geschlagen und grundlos versunken

ertrunken in Macht und Pracht


Ein Sehnen zurück

ins Leben

friedliches Gehen

ruhende See


 

Bibeltext

Johannes 19, 16-35


16 Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus.


17 Und er selbst trug das Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgota heißt.


18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus.


19 Pilatus ließ auch eine Tafel anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden.


20 Diese Tafel lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst.


21 Da sagten die Hohepriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.


22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.


23 Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben.


24 Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies taten die Soldaten.


25 Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.


26 Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!


27 Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.


28 Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.


29 Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.


30 Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.


31 Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten - dieser Sabbat war nämlich ein großer Feiertag -, baten die Juden Pilatus, man möge ihnen die Beine zerschlagen und sie dann abnehmen.


32 Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.


33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht,


34 sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus.


35 Und der es gesehen hat, hat es bezeugt und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubt.


 

@Segen_leben


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Jeden Tag gibt es Stories über Gott und die Welt.


Wir freuen uns auf dich!


 

Unterstützung für die Ukraine


Der Krieg in der Ukraine macht uns weiterhin Angst und sprachlos.


Neben dem Gebet um Frieden, müssen wir auch tatkräftig die Menschen vor Ort und die Geflüchteten unterstützen.


Wir möchten aufmerksam machen auf:


Caritas International

Ukraine: Hilfe für die Leidtragenden des Kriegs (caritas-international.de)


Hessen hilft

Hessen hilft Ukraine | innen. hessen.de


 

Lied: "Russians"

von Sting

Cover von Stefan Weilmünster & Sven Garrecht



 

Soulfood an Ostern


In der Nacht zu Ostern wird es eine weiteres Soulfood-Menü geben.


Lasst Euch überraschen!

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